Hinweis
Dieser Text, der als gemeinsames Werk einer Gruppe von Personen präsentiert wird, bringt die Unzufriedenheit und die Unerträglichkeit vieler Menschen zum Ausdruck, die in einer Zeit unter Zwängen und Einschränkungen leben müssen, in der Ideen und technologische Mittel es vielen Menschen ermöglichen würden, sich den ideologischen Fesseln und materiellen Beschränkungen zu entziehen, die die alte Welt der Politik und der territorialen Staaten noch immer auf viele ausübt.
Die hier vorgeschlagenen Alternativen sind nicht als unrealisierbare Utopien zu betrachten, sondern als durchaus umsetzbare praktische Lösungen, deren Verwirklichung derzeit nur durch die Apathie vieler und die engstirnigen Interessen einiger verhindert wird.
Eine Gruppe von Personen, die zutiefst unzufrieden mit der vorherrschenden mentalen Einstellung und deren praktischer Anwendung, basierend auf der obligatorischen Anpassung an die Mehrheit und der Einschränkung der persönlichen Wahlfreiheit, haben eine Reihe von Prinzipien skizziert, die sie jedem vorstellen, der daran interessiert ist, einen Ausweg aus der gegenwärtigen Situation von Unterwerfung und Apathie zu finden.
Diese Prinzipien werden unter folgenden Namen vorgestellt:
PANARCHIE - POLYARCHIE - PERSONARCHIE
Panarchie, Polyarchie und Personarchie zielen auf Folgendes ab:
- Eine weltweite, offene Struktur frei von territorialen Souveränitäten.
- Eine Vielfalt von freiwilligen persönlichen und gemeinschaftlichen Organisationssystemen wie parallele, sich selbst verwaltende Gemeinschaften auch innerhalb desselben Territoriums.
- Vereinigungsfreiheit, freier Personenverkehr und Handlungsfreiheit für jeden Menschen.
Diese Prinzipien sind unter den folgenden Leitlinien skizziert:
1. Aterritorialismus
2. Selbstverwaltung
3. Freiheit Vereinigungen beizutreten - Freiheit Vereinigungen zu verlassen
4. Freiwillige Verpflichtungen - Freiwillige Beiträge
5. Persönliche Freiheiten - Persönliche Verantwortung
6. Unternehmerische Handlungsfreiheit
7. Interaktionsfreiheit
8. Auswahlmöglichkeiten (Versorgung-Dienstleistungen-Makler)
9. Vielfalt - Wahlfreiheit - Ermessensfreiheit
10. Kosmopolitisch - Lokal - Persönlich
1. Aterritorialismus
Ein Territorium umfasst ein weites und vielfältiges Ensemble von natürlichen und von Menschen geschaffenen Ressourcen, die das sogenannte gemeinschaftliche Erbe der Menschheit bilden. Diese Ressourcen sollten für alle zugänglich sein zum Wohle und zur Freude von jetzigen und zukünftigen Generationen, das heisst für alle Menschen rund um den Globus.
Territoriale Souveränität oder Gebietshoheit ist der Vorwand von Legitimität für exklusive Souveränität seitens einiger Entitäten. (Nationalstaatliche Souveränität) . Aterritorialismus heisst keinen Anspruch irgendeiner Macht auf territoriale Herrschaft, sei er institutionell oder nicht anzuerkennen.
Aterritorialismus heisst, dass sich keine sogenannte souveräne Macht rechtmässig einen Kontinent, ein Land oder eine Region aneignen kann und Regeln aufstellen, die für alle Bewohner dieses Gebietes bindend sind, noch kann sie den Gebrauch oder den Zugang zu Land, Fluss, Durchgangsgebieten oder anderen territorialen Ressourcen die Teil des gemeinsamen Welterbes sind, untersagen.
Gleichzeitig ist es niemandem erlaubt, die Eigentumsrechte von Individuen oder Gruppen zu verletzen. Der Gebrauch und der Zugang zu ihrem Besitz (wie Gebäuden, ein Stück Land, ein bebautes Feld etc.) wird direkt vom Besitzer (Individuum oder Gemeinschaften) festgelegt und betreffen nur den Besitzer und diejenigen, denen der Gebrauch und Zugang erlaubt ist. Diese Eigentumsrechte und Bewilligungen sind nur gültig, sofern sie keine Einschränkungen sind, die das gemeinsame Welterbe betreffen.
Die einzigen allgemeinen Regeln, die in einem Gebiet des gemeinsamen Erbes akzeptabel und wünschenswert sind, sind Verhaltensnormen (wie, Rechts- oder Linksverkehr) und öffentliche Gesundheitsnormen (wie Hygienestandards etc.).
Das Ziel derer, die sich für den Aterritorialismus starkmachen, ist im Laufe der Zeit und in einem freiwilligen Prozess die Abschaffung jeglicher territorialen Souveränität und die Einführung der Selbstverwaltung zu erreichen.
2. Selbstverwaltung
Eine Regel ist üblicherweise ein Befehl von einer Person an eine Person. Die grundlegenden Regeln sozialen Verhaltens werden im Allgemeinen sehr früh vom Menschen verinnerlicht, solange sie mit der menschlichen Natur und ihrem Schutz sowie der Entwicklung des Individuums im Einklang stehen.
Es ist fast unmöglich, dass man die grundlegenden Regeln erfolgreich von aussen aufzwingt. Aufgezwungene Regeln führen im Allgemeinen zu Spannungen, die früher oder später in gewaltsamen Auseinandersetzungen enden.
Eine gesunde Voraussetzung (vom moralischen oder rationalen Standpunkt aus betrachtet) ist entweder die Selbstverwaltung (Selbstbestimmung) oder eine, die zur Selbstverwaltung führt.
Selbstverwaltung bedeutet, dass nicht ein König oder eine Mehrheit (vertreten durch eine gewählte Versammlung), noch irgendjemand anderer über soziale oder wirtschaftliche Angelegenheiten entscheidet, sondern Individuen durch ihre freie Wahl und kontinuierliche freie Anpassung an die Gegebenheiten. Despotismus von einem oder vielen ( sogar, wenn die vielen eine grosse Mehrheit darstellen), bringt die gleichen negativen Ergebnisse hervor: Die Unterwerfung des Individuums, sein moralisches Elend und persönliche Hilflosigkeit.
Selbstverwaltung ist hingegen der beste Weg zu wirklicher persönlicher Entwicklung (moralisch, mental und materiell) und voller sozialer Anerkennung (universeller gegenseitiger Respekt).
Das Konzept und die Praxis der Selbstverwaltung schliessen selbstverständlich die Möglichkeit, ein gewählter Vertreter zu bestimmen (wie in einer repräsentativen Demokratie), für diejenigen, die sich nicht verpflichten wollen, am Prozess und Aufwand Entscheidungen zu treffen, teilzunehmen. Der einzige wirklich substanzielle Unterschied zur heutigen repräsentativen Demokratie ist der, dass Entscheidungen, die von den gewählten Vertretern getroffen werden, nur für diejenigen gültig sind, die diese Vertreter gewählt haben, aber nicht für diejenigen, die andere Vertreter für ihre freiwilligen Gemeinschaften gewählt haben, und auch nicht für solche, die ihre Entscheidungen autonom treffen, ohne Befugnisse an andere zu delegieren.
Selbstverwaltung würde also Platz schaffen für alle möglichen Formen von sozialen oder politischen Vertretungen oder Nicht-Vertretungen und die Menschen müssten nur Entscheidungen von politischen, sozialen, philosophischen oder anderen Gruppierungen, bei denen sie Mitglieder sind, akzeptieren.
Das Ziel ist, politische Intoleranz im Gewand staatlicher Politik, die jedem einzelnen den Willen der Mehrheit eines starken Herrschers oder einer machtbewussten Minderheit aufzwingt, auszuschalten. Diese ist das gleiche Opium und Mittel zur Unterdrückung, wie sie einst die religiöse Intoleranz in Form einer Staatsreligion darstellte.
Zur Zeit ist Selbstbestimmung in einigen Gesellschaften erlaubt, aber nur in Bezug auf sehr persönliche Angelegenheiten wie Religion oder sexuelle Orientierung.
Für den Rest dominiert die Tyrannei der Mehrheit, das heisst im Wesentlichen die Macht von Lobbyisten und persönlichen Interessengruppen, die sich gegenüber den manipulierten Massen isolierten Minderheiten und Individuen durchsetzen.
Selbstverwaltung bedeutet im Wesentlichen, dass:
- Die Regeln, die in erster Linie das Leben eines Individuums betreffen (Bildung, Gesundheit, Arbeit, Niederlassungsfreiheit, Versicherungen, Pensionierung etc.) unter voller Kontrolle der betreffenden Person sind.
- Die Regeln, die in erster das Leben eines Individuums innerhalb einer Gemeinschaft und zwischen den Gemeinschaften bestimmen, direkt von den einzelnen Mitgliedern der Gemeinschaft, die von diesen Regeln betroffen sind, aufgestellt und gehandhabt werden oder von deren freiwillig gewählten Vertretern.
Eine unerlässliche Voraussetzung, damit der Einzelne die gemeinschaftlichen Regeln in Bezug auf sein soziales Verhalten einhält, ist die persönliche Freiheit, sich einer Gemeinschaft anzuschliessen oder sich von ihr zu trennen.
3. Freiheit Vereinigungen beizutreten - Freiheit Vereinigungen zu verlassen
Die Freiheit, sich einer Vereinigung anzuschliessen, bedeutet, dass jedes denkende Individuum frei entscheiden kann, welcher sozialen Gruppe/Gruppen es sich anschliessen will.
Die Freiheit beizutreten beinhaltet auch die Freiheit auszutreten. Das bedeutet, dass jede Person, die einer Gemeinschaft beigetreten ist, diese wieder verlassen kann, wann immer sie es wünscht. Voraussetzung ist, dass sie alle vertraglichen Verpflichtungen, die sie vorher freiwillig akzeptiert hat, auflöst.
Ist die Person jedoch von der Gemeinschaft ungerecht behandelt worden oder sind wesentliche vertragliche Verpflichtungen ihr gegenüber gebrochen worden, kann sie sich sofort und ohne weitere Verpflichtung lösen. Die Person ist dann frei, sich eine andere Gemeinschaft zu suchen oder eine neue Gruppe zu gründen. Jeder sollte frei sein, als Mensch vollkommen autonom leben zu können, verpflichtet nur eventuell eingegangenen vertraglichen Engagements und dem Respekt gegenüber den Rechten und der Freiheit der anderen.
Niemandem sollte automatisch eine Nationalität, Religion oder Mitgliedschaft irgendeiner Institution (Staat, Kirche, Zunft) zugeteilt werden oder eine Rolle oder Status (wie in einem Kasten oder Klassensystem) auferlegt werden, ohne seine vorherige individuelle Wahl und Zustimmung.
Die automatische Zuschreibung zu einer nationalen Gruppe unter nationalen Herrschern bedeutet in unserer Zeit das gleiche wie seinerzeit die Zuschreibung eines Neugeborenen als Diener in einem feudalen Herrschaftssystem unter einem feudalen Herrn.
Die Einführung dieser beiden Freiheiten (Freiheit, sich einer Vereinigung anzuschliessen bzw. zu verlassen), würde die letzten Reste von Feudalismus und Absolutismus, die noch unter territorialer Staatlichkeit bestehen, hinwegfegen.
Der extensive Gebrauch der neuen Technologien in Bezug auf Kommunikation und Verkehrsmittel machen jegliche Forderung oder Illusion, diese beiden Freiheiten von Individuen, die in Territorien unter der Kontrolle von Nationalstaaten leben, einschränken zu wollen, illusorisch.
Die nötige Ergänzung zu diesen beiden Freiheiten und deren dynamischere Einführung wären freiwillige Engagements oder freiwillige Beiträge an die Gemeinschaft/en deren Mitglied man ist.
4. Freiwillige Verpflichtungen - Freiwillige Beiträge
Freiwilliges Engagement und freiwillige Beiträge bedeuten aktive Teilnahme und aktive Unterstützung für die Gemeinschaft, die eine Person gewählt hat.
Die Einführung dieser beiden Prinzipien sollte zur Aufgabe von erzwungenen Forderungen seitens irgendeiner Macht führen, wie zum Beispiel erzwungene Registrierung (Beispiel Wehrdienst) oder obligatorische Abgaben (Beispiel Steuern).
Das heisst, dass erzwungene Mitwirkung und obligatorische Steuern durch freiwillige Mitarbeit und freiwillige Beiträge ersetzt werden sollten.
Niemand sollte gezwungen werden, etwas zu tun oder irgendetwas zu unterstützen, wenn er damit nicht einverstanden ist. Selbst der Vereinigung, der sich eine Person angeschlossen hat, kann keine Engagements oder Beiträge verlangen, ausser, wenn dies Teil der Bedingungen ist, um Mitglied zu sein. In einem solchen Fall kann die Person, die nicht mehr bereit ist, solche Verpflichtungen zu tragen, die Vereinigung verlassen.
Freiwillige Verpflichtungen und freiwillige Beiträge sind die Hauptmerkmale von Personengemeinschaften, die selbst über das Ausmass und die Art der Herrschaft, die die Gemeinschaft über sie ausüben kann, bestimmen (von der totalen freiwilligen Unterwerfung bis zur höchstmöglichen persönlichen Autonomie).
Der Hauptfaktor ist also nicht die Gruppe (der kollektive Wille) wie in der Feudalgesellschaft oder im Neo-Feudalismus (dirigistisch), sondern das Individuum (der persönliche Wille).
Aus diesem Grund wird bei jeder Entscheidung, die eine Person bezüglich ihrer privaten und sozialen Sphäre (von der totalen Autonomie = freiwillige Unabhängigkeit, bis zur totalen Fremdbestimmtheit = totale Unterwerfung) trifft, die persönliche Freiheit der Wahl und die persönliche Verantwortung bezüglich der Konsequenzen höhergewichtet werden.
5. Persönliche Freiheiten - Persönliche Verantwortung
Das wahre Wesen und die rechtmässige Erwartung eines jeden Menschen besteht darin, frei zu sein von Einschränkungen und Bürden, es sei denn, diese seien freiwillig und bewusst akzeptiert.
Logischerweise heisst dies auch, dass niemand die freie Wahl einer Person antasten darf, immer unter der Voraussetzung, dass diese die Freiheit des anderen respektiert. In diesem Fall ist auch kein externes Eingreifen erlaubt, nicht einmal dann, wenn es im Namen des sogenannten öffentlichen Interesses durchgeführt wird (oder behauptet wird es sei im öffentlichen Interesse), oder behauptet wird, es sei zum Wohle der Person. Jede erwachsene Person sollte Herr seiner eigenen Interessen und seines eigenen Wohls sein.
Verbunden mit der persönlichen Freiheit ist aber auch die persönliche Verantwortung des Individuums für seine Entscheidungen. Dies bedeutet, dass die Konsequenzen des Handelns oder der Versäumnisse (positiv oder negativ) auf den Einzelnen zurückfallen und nicht auf andere verteilt oder ihnen aufgezwungen werden können. Die Ausübung persönlicher Freiheit (Wahl) und persönlicher Verantwortung (Konsequenzen) ist der einzige bekannte Weg, um ein dynamisches und effizientes Lernen unter den Menschen auszulösen.
Es gibt kein rationales Motiv oder eine historische Erfahrung, die ein menschliches Wesen davon überzeugen könnte, auf seine Freiheit und seine Verantwortung zu verzichten. Wie bereits die Alten sagten, jeder ist seines Glückes Schmied (oder seines Unglücks).
Im Gegensatz hierzu handelt der Territorialstaat nach dem Prinzip der beschränkten Freiheit und der kollektiven Verantwortung. Diese Praxis entsteht aus der Abtretung der Entscheidungsgewalt an einige Personen mit Macht. Dies führt einerseits zu einer generellen Verantwortungslosigkeit und andererseits zu einer ungerechten kollektiven Verantwortung für die Aktionen dieser wenigen Menschen an der Macht. Dies ist dieselbe kranke Logik, die terroristische Gruppen geltend machen, wenn sie gegen die Zivilbevölkerung zuschlagen (in New York, Madrid, Paris, Moskau, etc.). Eine solche kranke Logik wird häufig auch von vielen Staaten praktiziert, die genau wie die schlimmsten Terroristengruppen agieren, wenn sie Bomben auf die Zivilbevölkerung abwerfen (in Coventry, Dresden, Hiroshima, Grozny und in vielen anderen Orten), die sich auf der „falschen“ Seite einer erfundenen Trennungslinie befindet.
Die Realität, die persönliche Freiheiten belebt und persönliche Verantwortung unterstreicht, kann man im sozialen und wirtschaftlichen Bereich in zwei grundlegenden Prinzipien menschlicher Zivilisation zusammenfassen: die Freiheit zu handeln (herstellen) und die Freiheit anders zu handeln (wechseln).
6. Unternehmerische Handlungsfreiheit
Freiheit zu unternehmen heisst, dass es keine externe Einmischung welcher Art auch immer (positiv oder negativ) und von wem auch immer gibt, die sich auf die produktiven Tätigkeiten von jemandem beziehen. Mit anderen Worten: Niemand darf in die Handlungen irgendeines Herstellers eingreifen, es sei denn, um einen Schaden zu verhindern oder Entschädigungen zu sichern.
Personen (einzeln oder in Gruppen) sind sehr wohl in der Lage, sich um ihre eigenen Interessen zu kümmern oder aber bereit, dies zu erlernen, wenn es keine grundlegenden Einschränkungen oder Manipulationen gibt, die solche Fähigkeiten oder einen solchen Willen vereiteln oder solche Selbsthilfe Bestrebungen verbieten.
Eine der auffälligsten Einschränkungen gibt es in Form von Genehmigungen einen Beruf auszuüben, (in direkter Fortführung feudaler Praxis), um ein System von Klassen und Kasten zu zementieren. Dieses Überbleibsel des Feudalzeitalters mit der betrügerischen Begründung, Produzenten und Konsumenten zu schützen, verfolgt aber in Wirklichkeit das Ziel, die Starken (organisierte Gruppen) zu favorisieren und die Schwachen (den einzelnen Bürger) auszunützen.
Aus diesem Grunde sollte die Einschreibung in ein institutionelles oder Berufsregister (Arbeiter, Berufsleute) den Betroffenen selbst überlassen werden und nicht eine Voraussetzung sein, um eine Anstellung zu erhalten oder eine Tätigkeit auszuüben. Alles, was es braucht, ist der Zugang zu jeglicher Art sachlicher Information bezüglich der Produzenten und deren Produkte (Güter und Dienstleistungen).
Die Freiheit zu handeln setzt also das Verschwinden jeglicher obligatorischen staatlichen Intervention voraus, die nur zu einer sektoriellen Begünstigung und genereller Abhängigkeit führt und überdies unternehmerischen Herstellern und umsichtigen Konsumenten schadet. Dass ergänzende Prinzip zur Handlungsfreiheit zu unternehmen, ist die Interaktionsfreiheit (austauschen).
7. Interaktionsfreiheit
Interaktionsfreiheit bedeutet die Abschaffung jegliches vom Staat eingeführten Hindernisses (Zölle, Quoten, Pässe, Visa, Zensur etc.) zum freien Verkehr von Personen, Gütern und Ideen.
Die Freiheit des Austausches respektive freien Verkehrs kann nur erreicht werden durch: - Volle Informations- und Kommunikationsfreiheit, die es jedem erlaubt, ohne Hindernisse am Fluss von Video - Audio und Konzepten teilzunehmen. - Volle Handelsfreiheit sowie unbegrenzter Spielraum für neue Modelle des Austauschs, Wertmasstäben, Kreditsystemen und clearing. - Volle Bewegungsfreiheit, weil das gemeinschaftliche Welterbe der gesamten Menschheit gehört und nicht durch
Nationalstaaten monopolisiert werden und in nationale oder supranationale Protektorate unterteilt werden sollte.
Die Freiheit zu interagieren ist vereinbar mit der Existenz von abgesonderten Gruppen, die nicht die Absicht haben, mit Personen ausserhalb ihrer Gruppe Beziehungen zu unterhalten und die es vorziehen, in einer Art von geschlossener Gesellschaft zu leben. Geschlossene Gesellschaften und andere Gesellschaften, die traditionelle Formen des Zusammenlebens beibehalten wollen, haben das Recht dabei nicht gestört oder behindert zu werden. Niemand sollte sich in die Entscheidungen, die die Mitglieder dieser Gesellschaften freiwillig auf sich genommen haben, einmischen.
Was überwunden werden sollte, ist die Festlegung von Grenzen durch irgendeine Macht, die wahllos grosse Bevölkerungsteile oder Gebiete betreffen, die Teil des gemeinschaftlichen Welterbes aller Menschen sind. Aus diesem Grund können sich geschlossene Gesellschaften oder kultureller und wirtschaftlicher Protektionismus nicht in Gebiete ausbreiten, die so gross sind, dass sie zwangsläufig Personen einschliessen, die diese Ideen und Vorgehensweisen nicht teilen.
Jede Form von politischer, wirtschaftlicher und sozialer Ausgrenzung (im Unterschied von freiwilliger Abgesondertheit) ist nicht nur ein Verbrechen gegen die Menschheit, sondern steht auch in scharfem Gegensatz zu der heutigen Technologie (Verkehrsmittel und Kommunikation) und ganz besonders zu dem natürlichen Wunsch des Menschen, nach Erforschung und Verbesserungen, das ihn von jeher ausgezeichnet hat. Um jedem Individuum die Möglichkeit zu geben, sein Leben nach seinen Vorstellungen zu gestalten, braucht es eine grosse Auswahl in Bezug auf nützliche Einrichtungen, Dienstleistungen und Behörden, vor allem denjenigen, die heute noch von den Nationalstaaten monopolisiert sind.
8. Auswahlmöglichkeiten (Versorgung-Dienstleistungen-Makler)
Die Individuen und die Gemeinschaft müssen frei sein, sich selbst zu organisieren oder frei sein zwischen konkurrierenden Anbietern zu wählen, in Bezug auf:
- Versorgung: Energie, Strom, Wasser, Telefon etc.
- Dienstleistungen: Schulen, Betreuung, Medizin etc.
- Öffentliche Dienste: Schutz, Justiz etc. letzten
Erst seit kurzem existiert die Möglichkeit der freien Wahl in Bezug auf die Versorgung, ohne Zweifel zum Vorteil der Konsumenten. Es gibt keinen echten Grund, diesen Prozess nicht voranzubringen, um letztenendlich auch die Dienstleistungen und die öffentlichen Dienste einzuschliessen, die bis jetzt noch Staatsmonopole sind.
In Gesellschaften, die sich durch freie Auswahlmöglichkeiten auszeichnen, muss das Individuum nur für diejenigen Leistungen bezahlen, die es will und benutzt, oder für ein Paket von Leistungen, das es oder die Gemeinschaft mittels Vertrag abgeschlossen haben. Weitere Beiträge sollten nur auf freiwilliger Basis gemacht werden und zwar nach persönlicher Bewertung und Präferenz.
Je eher wir realisieren, dass Selbsthilfe und freie Wahl zwischen verschiedenen Anbietern von Dienstleistungen auf allen Gebieten zu besseren Leistungen und günstigeren Preisen führen, umso eher können wir den psychischen und materiellen Zugriff des Staates auf die Bereitstellung dieser Dienstleistungen (sehr oft desaströs) beenden. Kommt dazu, dass diese in ihrer Gesamtheit von Allen finanziert werden müssen, ohne ihre Qualität oder Wünschbarkeit beeinflussen zu können.
Einer der zentralen Aspekte der freien Wahl besteht darin, freiwillige Sicherheitsagenturen ins Leben zu rufen, die funktionieren, um Sicherheit zu garantieren und Konflikte zu lösen. (z. B. Schiedsgerichte). Im Laufe der Geschichte hat man immer wieder feststellen können, dass ihre Freiheit und Sicherheit in grosser Gefahr sind, wenn Individuen ihre Sicherheit territorialen, monopolistischen Organisationen anvertrauen (Armee, Polizei, Justiz), über die sie keine oder nur eine sehr eingeschränkte Kontrolle haben.
Aus diesem Grund werden Individuen oder Gemeinschaften monopolistische staatliche Organisationen durch eine Vielzahl von verschiedenen Sicherheitsorganisationen ersetzen, deren Macht sehr beschränkt und genau umschrieben ist und unter ständiger Kontrolle der Individuen. Auf diese Weise können diese Organisationen genauso kontrolliert werden wie z. B. Anbieter von Energie und entsprechend gewechselt werden, wenn ihr Service ungenügend ist.
Diese Sicherheitsorganisationen, zu der alle in irgendeiner Weise beitragen können, haben zum Ziel, Hilfe und Selbsthilfe zum Schutz des Lebens anzubieten, Verträge zu respektieren und Schutz gegen jeden Angriff auf die persönliche Freiheit.
Wenn diese Aspekte garantiert sind, ist alles erlaubt, d. h. Vielfalt, Wahlfreiheit und Ermessensfreiheit.
9. Vielfalt - Wahlfreiheit - Ermessensfreiheit
Die Grundprinzipien, die es zu verfechten gilt und die das Leben des Individuums und der Gemeinschaft charakterisieren, sind folgende:
- Vielfalt: das heisst eine Vielfalt von Lebensstilen und sozialen, politischen und wirtschaftlichen Organisationen.
- Wahlfreiheit: von vieler realer und möglicher Auswahl in allen Bereichen.
- Ermessensfreiheit: freier Wille des Individuums und persönliche Entscheidungsgewalt.
Diese Prinzipien können nur nach der Abschaffung aller territorialen, monopolistischen Mächte verwirklicht werden und in Anwesenheit von Wettbewerbsfreiheit und Zusammenarbeit in den sozialen, politischen und wirtschaftlichen Gemeinschaften und deren Aktivitäten. Wettbewerbsfreiheit und Zusammenarbeit sind die beiden Gesichter der gleichen Medaille, sie stärken diejenigen, die sie ausüben (Produzenten, Erfinder etc.) und erfreuen jene, die von ihren Früchten profitieren können (Konsumenten, Teilnehmende etc)
Zusammenarbeit ohne Wettbewerb bedeutet unredliches Spiel und eine statische Gesellschaft, denn der Aufstieg von Kompetenz und kompetenten Personen aus eben diesem Wettbewerb würde blockiert. Wettbewerb ohne Zusammenarbeit wiederum bedeutet paranoides Verhalten und eine destruktive Gemeinschaft, misstrauisch gegenüber allem und allen. Eine grundlegende Bedingung für das Funktionieren von Wettbewerb und Zusammenarbeit ist das freie Zirkulieren von Personen, Ideen, Gütern und Dienstleistungen.
Gleichzeitig, wie bereits früher hervorgehoben, verlangen die Prinzipien von Vielfalt, Wahlfreiheit und Ermessensfreiheit, dass alle auch solche Gemeinschaften akzeptieren und respektieren, deren Mitglieder sich freiwillig entschieden haben, einem Lebensstil nachzueifern, der innerhalb ihrer Gemeinschaft keine freie Zirkulation von Personen, Ideen, Gütern und Dienstleistungen erlaubt.
Die Lösung besteht ganz einfach darin, Platz zu bieten für alle möglichen Arten von Lebensstilen, sei es nun für politische, soziale oder wirtschaftliche Gemeinschaften von freien Mitgliedern (Vielfalt), den Umfang der Auswahlen für Individuen zu erhöhen (Wahlfreiheit) und die autonomen Entscheidungen jedes einzelnen in Bezug auf sein Leben zu akzeptieren (Ermessensfreiheit).
Dies führt zu einer gleichzeitigen Entwicklung von Weltbürgertum, lokalem Bezug und persönlichem Bezug.
10. Kosmopolitisch - Lokal - Persönlich
Diese drei Formen sind Lebensperspektiven und weisen, die auf unterschiedliche Weise von allen menschlichen Wesen geteilt werden.
Wir sollten jegliche Art von Kombination oder das Fehlen von Kombination akzeptieren, solange das Resultat durch freiwillige Wahl und nicht durch autoritäre Zwänge zustande kommt. Mit anderen Worten die Existenz einer Vielzahl und Vielfalt von Gemeinschaften und Individuen anzuerkennen, die alle frei sind, ihre spezifischen Merkmale zu entwickeln und jede mögliche Art und Stil von Freiheit zu akzeptieren und respektieren. Dies bedeutet aber auch, aus Gründen von logischer und sachlicher Folgerichtigkeit, die Freiheit nicht frei zu sein, will sagen, die Freiheit zu wählen, unter einem beschützenden Herrscher oder innerhalb von einschränkenden Schranken zu leben.
Die Liebe zur Freiheit und die Furcht vor Freiheit müssen beide ihren Ausdruck finden, sowohl auf persönlichem Niveau als auch durch politische oder soziale Organisationen (z. B. Parallelgesellschaften innerhalb des gleichen Territoriums). Niemand darf Andersdenkenden die eine oder andere Form aufzwingen, sondern jeder soll für sich selbst nur diejenige Form akzeptieren, die ihm die geeignetste oder erstrebenswerteste erscheint.
Mit anderen Worten:
FÜR JEDEN DIE REGIERUNG
ODER NICHTREGIERUNGSORGANISATION SEINER WAHL
Freiheit besteht für jedes menschliche Wesen nur darin, nach seinen Neigungen und Wünschen handeln zu können, ohne manipuliert oder mit Gewalt gezwungen zu werden und ohne andere zu manipulieren oder zu zwingen. Freiheit kann aber auch eine freiwillige Knechtschaft oder Zurückgezogenheit im Namen eines Glaubens, einer Idee oder irgendeiner anderen persönlichen Überzeugung oder Motivation bedeuten. Der einzige nicht akzeptable Aspekt besteht darin, unwillige Personen gewaltsam zu unterwerfen, selbst wenn dies unter dem trügerischen Mantel der Demokratie, des öffentlichen Interesses, nationaler Souveränität oder sogar zur Förderung der persönlichen Freiheit und des persönlichen Wohls geschieht.
Individuen, geprägt von der Ideologie des Territorialstaates glauben bewusst oder unbewusst, dass es vertretbar und wünschenswert ist, dass alle Personen, die in einem bestimmten Territorium leben, in der gleichen Art frei oder gleich unfrei sind.
Dies ist der Ursprung alles irrationalen, intoleranten und unfähig machenden Verhaltens. Wir sollten der Vielfalt, der Wahlfreiheit und der Ermessensfreiheit freien Lauf lassen. Das heisst die Pluralität der Formen und der Arten zu handeln, fördern und zwar auf der Basis der Wahl und der Wünsche des Individuums. Dies würde das Weltbürgertum, den Lokalpatriotismus und den Personalismus erblühen lassen und auf seine Art jeden Menschen zufriedenstellen.
Nur so können wir lang überfällige Ziele erreichen:
FÜR JEDEN NACH SEINEM EIGENEN WILLEN UND WÜNSCHEN
VON JEDEM NACH SEINEN EIGENEN BEURTEILUNGEN UND ENTSCHEIDUNGEN
Vor noch nicht allzu langer Zeit betrachtete man religiöse Freiheit für Andersdenkende und soziale Emanzipation für Machtlose als sicheren Weg zum moralischen Verfall und Chaos.
Heute sind einige oder sogar viele der gleichen Ansicht in Bezug auf individuelle Freiheit gegenüber der territorialen Souveränität von Staaten und der Einführung von autonomer Entscheidungsgewalt für alle Menschen.
Wir glauben hingegen, dass es nicht nur wünschenswert, sondern sogar ratsam wäre, das Prinzip der religiösen Toleranz speziell um das der politischen Toleranz zu erweitern. Die Billigung von vielen religiösen Konfessionen im gleichen Gebiet müsste ebenfalls gelten für die Billigung von vielen Regierungen und Nichtregierungsorganisationen, die im gleichen Gebiet koexistieren. Jede dieser Organisationen würde die regieren und sich um deren Angelegenheiten kümmern, die sie gewählt haben und sich von ihnen vertreten fühlen. In Anbetracht der Tatsache, dass die grundlegenden Regeln der Zivilisation universell sind (das heisst nicht auf einer territorialen Macht basiert oder von ihr bestimmt worden sind), ist es sehr wahrscheinlich, dass sie auch weiterhin zwischen zivilisierten Personen gültig sein wird. Dazu kommt, dass die verschiedenen Gemeinschaften mit allen Personen, die Verbrechen begehen, durch a-territoriale Regierungen oder Sicherheitsagenturen umgehen können. Eigentlich gibt es keinen Grund, warum das Experiment der politischen Freiheit nicht mit dem gleichen Erfolg durchgeführt werden kann wie seinerzeit dasjenige der religiösen Freiheit. Die einzigen Hindernisse stellen unser Konformismus und unsere Trägheit dar.
Aus all diesen Gründen solltest du, wenn du einen offenen Geist hast und über ein klares und scharfes Wahrnehmungsvermögen verfügst, zu den folgenden Prinzipien und Anwendungen beitragen und sie entwickeln:
PANARCHIE - POLYARCHIE - PERSONARCHIE